Test: Menschentyp

Wie du Burnout bei deinen Mitarbeitern vermeiden kannst - Profiler Tipps

im einsatz Apr 23, 2021
Wie du Burnout bei deinen Mitarbeitern vermeiden kannst! Swiss Profiler Blog

Ich durfte die letzten Tage einen Geschäftsführer mit meinen Profilings beraten. Er wandte sich mit folgender Frage an mich: “Warum haben so viele meiner Mitarbeiter ein Burnout erlitten?“ 

Ich sollte es wissen, denn als Profiler gehe ich in die Tiefe des Menschen und kratze nicht nur an der Oberfläche. Gerne möchte ich meine Erkenntnis mit dir teilen, so dass du eine allfällige Komplett-Erschöpfung umgehen kannst.

Burnout verbreitet sich wie ein Virus. Die Rate steigt so rasant in die Höhe, wie noch nie. Warum ist das so? Wir haben unser Umfeld krank gemacht! Doch wo steckt der wahre Kern des Problems?!

 

Beginnen wir mit den unterschiedlichen Sichtweisen.

 

Die Arbeit aus Sicht einer Führungskraft:

  • Du kennst deine Vision und gibst alles dafür, dein Ziel zu erreichen.
  • Du glaubst daran und freust dich bereits auf die Ergebnisse.
  • Deine Arbeit macht dir Spass und du gibst stets Vollgas.
  • Dir ist es wichtig, erfolgreich mit dem zu sein, was du tust.
  • Du bist mit vollem Herzblut dabei.

 

Die Arbeit aus Sicht deiner Mitarbeiter:

  • Ihnen ist die Vision nicht wirklich klar, oder sie haben eine andere Vorstellung davon.
  • Sie haben so viel damit zutun, ihre Ziele innerhalb der Abteilung zu erreichen. Dabei vergessen sie das grosse Ganze.
  • Deine Mitarbeiter kommen nicht mehr hinterher und sehen die Ergebnisse nicht.
  • Sie kommen, um Geld zu verdienen. Die Arbeit bereitet ihnen keine Freude. Dadurch fehlt es ihnen an Motivation und sie bekommen ihre PS nicht auf die Strasse.
  • Ihnen spielt der Erfolg keine grosse Rolle. Hauptsache sie können ihre Zeit absitzen.
  • Sie fühlen sich in deiner Gegenwart unwohl. Aufgrund deines Enthusiasmus wirkst du zu dominant.

 

Womöglich ahnst du bereits, woran es liegen kann, dass ein Mitarbeiter ein Burnout bekommt? In dem Blogbeitrag «Die Burnoutfalle» gehe ich darauf genauer ein. Hier möchte ich dir erklären, wie du ein Burnout verhindern kannst! 

 

Zeige Interesse!

Nimm dir Zeit, durch deine Firma zu gehen, und fühle die Temperatur in den einzelnen Abteilungen. Ist es angenehm? Eher heiss? Oder kalt? Spüre, wie es sich anfühlt in den Räumen. Interessiere dich dafür, wie sich deine Mitarbeiter fühlen. Frage sie, wie sie mit der Arbeit voran kommen und auch, wie es ihnen privat geht. Anfangs werden sie noch zurückhaltend sein. Es ist eine neue Situation für sie. Menschen sind so gestrickt, dass ihnen alles Neue erstmal Angst machen kann. Mit der Zeit wird es zur Regelmässigkeit. Unser Gehirn ist so gestrickt, dass es stets auf Sicherheit aus ist. Den Chef nun ständig in der Abteilung zu sehen, kann sehr herausfordernd für einige Personen sein. Sei dir bewusst, dass du mindestens 21 Mal deine neue Routine durchführen musst, damit sich deine Mitarbeiter daran gewöhnen. Erst nach 101 Mal ist es für sie zur Normalität geworden. Erzähle von dir, zeige dich als Mensch. Wenn du dich öffnest, werden sich auch deine Mitarbeiter öffnen.

 

Die Kommunikation muss stimmen!

Früher gaben wir Aufträge und Befehle. Heutzutage funktioniert Kommunikation anders. Bei diesem Punkt höre ich oft: «Ja, ich kommuniziere mit meinen Mitarbeitern!» Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen einem ehrlichen Dialog und einem simplen Gespräch. Bei einem Dialog gehst du in den wirklichen Austausch. Während dein Mitarbeiter spricht hörst du zu, ohne darüber nachzudenken, was du als nächstes sagen könntest. Nur zuhören! Daraufhin kannst du in deinen Worten wiedergeben, was du verstanden hast. So wird überprüft, ob dir dein Mitarbeiter wirklich das mitteilen wollte, was bei dir ankam. Aufgrund unserer Filter nehmen wir viele Sachen anders wahr, als sie gemeint sind. Mache dir dies bewusst und höre wahrhaftig zu. Mit der Zeit wirst du feststellen, dass sich deine Mitarbeiter gerne mit dir unterhalten und sich immer mehr öffnen.

 

Zufriedene Mitarbeiter arbeiten produktiver!

Frage deine Mitarbeiter, wie sie sich bei der Arbeit fühlen. Sind sie mit ihrem Aufgabenbereich zufrieden? Benötigt es Anpassungen? Macht ihnen die Arbeit Spass? Stelle ihnen die Frage: «Was brauchst du, um in diesem Betrieb voller Freude arbeiten zu können?» Womöglich erhältst du Antworten, mit denen du niemals gerechnet hast.

 

Sei auch interessiert an ihren Freizeitaktivitäten. Eine Führungskraft hat mir von einem ihrer Mitarbeiter berichtet, der sehr gerne Kajak und Kanu fährt. Es war eine seiner grossen Leidenschaften. Während dem Gespräch hat sie bemerkt, mit wieviel Begeisterung er davon erzählte. Dies konnte sie sofort aufnehmen und sagen: «Ich merke, mit wieviel Herzblut du dieses Hobby ausführst. Gibt es hier im Betrieb auch Dinge, die du mit dieser Energie umsetzen kannst und willst?» Sie notierten gemeinsam alles, was ihm einfiel. Daraufhin sagte er noch, dass er gerne für das ganze Team einen Schnuppertag organisieren möchte. Die Führungskraft und ihre Mitarbeiter durften Kajak und Kanu fahren lernen. Dieser Tag hat dafür gesorgt, dass das Team noch mehr zusammenwachsen konnte.

 

Pflege die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter!

Achte darauf, was sie benötigen, um sich wohl zu fühlen. Aufgrund der Corona-Situation stehen viele Betriebe vor einer grossen Herausforderung. Einige der Mitarbeiter können nicht mehr im vor Ort arbeiten. Sie sind zu Hause im Homeoffice. Andere leistet dafür mehr als vorher und müssen Doppelschichten abdecken. Wenn du die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter kennst, dann weisst du genau, wie du sie in schwierigen Situationen auffangen kannst. Hast du eine Mitarbeiterin, die auf ihrem Schreibtisch immer eine kleine Kiste mit Süssigkeiten stehen hat? Ich sage auch gerne «Nervennahrung» dazu. Dann besorg du doch mal für sie ein paar Leckerein, womit sie ihre Kiste auffüllen kann. Wenn sie momentan zu Hause ist, dann schicke ihr ein Päckchen oder lege ihr die Sachen vor die Tür.

Hast du einen Mitarbeiter, der gerne Kaffee trinkt? Wie wäre es mit einer eigenen Kaffeetasse – womöglich mit seinem Namen? Es geht nicht darum, dass du dein Team ständig beschenkst. Nein, es handelt sich hierbei um Wertschätzung. Darum, von dir gesehen zu werden. Viele Chefs sehen nur die Arbeit, die zu erledigen ist. Wenn du ein Leader sein willst, dann achtest du auch auf die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter. Beobachte, was ihnen gut tut und sorge dafür, dass sie dies von dir bekommen können. 

 

Sorge für Ruhebereiche!

Pause am Bürotisch vor dem Laptop zwischen Dokumenten ist keine Pause! Sorge dafür, dass deine Mitarbeiter einen Bereich haben, wo sie entspannen können. Viele Firmen haben mittlerweile Beschäftigungsmöglichkeiten wie zum Beispiel einen Kickertisch oder Billard. Massagen und Joga sind auch wunderbar. Mittlerweile gibt es viele mobile Angebote. Du kannst mit einer Masseurin / einem Masseur vereinbaren, dass sie/er jede Woche an einem bestimmten Tag in die Firma kommt. Deine Mitarbeiter können die Termine vorab buchen und du stellst einen Raum zur Verfügung während der Zeit. 

 

Entfache das Feuer in den Herzen deiner Mitarbeiter!

Du weisst schon genau, wohin du willst. Du kennst deine Vision und deine Ziele. Wissen deine Mitarbeiter auch davon? Ich meine damit nicht, die Etappenziele und das Jahresziel, das man miteinander vereinbart. Es geht um das grosse Ganze! Um das, was du kreieren willst. Das, wofür du Feuer und Flamme bist! Erzähle deinen Mitarbeitern davon. Lass sie an deiner Freude teilhaben. Nimm sie mit und zeige ihnen, wie du dich fühlst dabei.

Als ich meiner Backoffice Mitarbeiterin erzählte, wohin es gehen soll, war sie im ersten Moment begeistert und sprachlos zugleich. Natürlich sah sie, wieviel Arbeit es benötigen würde. Gleichzeitig konnte ich ein Feuer in ihr entfachen. Sie fand meine Ideen super. Seitdem erhalte ich laufend neue Inputs und Ideen von ihr. Jetzt hat sie gefragt, ob sie noch mehr arbeiten darf. Sie hat selbst so viel Leidenschaft entwickelt und will schnellstmöglich das Ziel erreichen. Und das, obwohl es gar nicht ihre persönliche Vision war. 

 

Lebe, was du sagt!

Deine Mitarbeiter beobachten dich. Sie merken genau, wenn du ihnen fake News erzählst. Damit sie dir vertrauen können, benötigen sie dich als Führungskraft. Geh voran und lebe das, was du ihnen erzählst. Sobald sie merken, dass du echt und authentisch bist, folgen sie dir automatisch. Ich hatte eine Frau bei mir im Coaching, die sagte: «Alex, ich mache nichts mehr, was mir keinen Spass macht! Ich weiss, es gibt Dinge, die müssen halt gemacht werden. Aber ich selbst entscheide, ob ich auch diese Sachen ohne oder mit Spass machen will!» Was für ein fantastisches Mindset. Sei dir bewusst, was du deinen Mitarbeitern erzählst. Dann übernimm die Führung und lebe es vor!

 

Fluktuation!

Es wird Mitarbeiter geben, die damit nicht zurecht kommen. Womöglich verlassen sie die Firma. Oder du wirst dich entscheiden, sie zu kündigen. Sieh dies als neue Chance. Du kannst jetzt jene Menschen einstellen, die wirklich zu dir, deinem Unternehmen und deiner Vision passen. Aus Erfahrung weiss ich, diese Personen stehen plötzlich vor deiner Tür. Du wirst gar nicht viel dafür machen müssen. Bereits bei dem Einstellungsgespräch ist es wichtig deine Ziele zu nennen. Du wirst sehr schnell spüren, wer zu dir passt.

 

Setze deinen Fokus!

Letztens war ein 97-jähriger Mann bei mir und sagte: «Alex, wenn ich innerlich zufrieden bin, dann bin ich auch äusserlich zufrieden. Dann geht das automatisch auf mein Umfeld über.» Was für ein weiser Satz dachte ich mir. 

 

Merkst du auch manchmal, dass du dich fragst: «Was denken wohl die Anderen…?» Ab diesem Moment bist du nicht mehr bei dir. Du legst deinen Fokus auf das Äussere. Dadurch ist es nicht mehr möglich, voll in deiner Energie zu sein. Ich habe Mal gelesen, dass man sieben Sachen gleichzeitig wahrnehmen kann. Mehr geht nicht. Jedoch ist es nicht möglich, auf alle sieben Dinge gleichzeitig seinen Fokus zu legen. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: «Fokussiere dich nur auf eine Sache!» So kannst du deine ganze Kraft rein stecken und wirklich 100% geben.

 

Was tun, wenn sich die Stimmung plötzlich ändert?

Du bemerkst, dass die Leistung deines Teams plötzlich nachlässt. Die Mitarbeiter wirken desinteressiert. Sie erreichen ihre Ziele nicht mehr. Die Gespräche mit ihnen sind eher einseitig, weil sie sich zurückziehen. Es wirkt so, als kämen sie nur noch wegen dem Geld zur Arbeit. Die Leidenschaft und Motivation sind vergangen.

 

Was kannst du jetzt tun?

Geh zu jedem einzelnen Mitarbeiter und stelle folgende Frage: «Was hat sich in der letzten Zeit verändert?» Sie werden dir direktes Feedback geben. Möglich, dass du Antworten erhältst wie: «Das Umfeld hat sich verändert…» oder «Die Sachlage ist jetzt anders.» oder «Ich warte auf Veränderung.» Ich will dir ein Geheimnis verraten: In Wahrheit bedeuten diese Sätze, dass du dich verändert hast! Mutige Mitarbeiter, mit denen du bereits gute Beziehungen pflegst antworten womöglich direkt: «Du hast dich verändert!» Diese Menschen können dir dann genau sagen, was anders ist. Deine einzige Aufgabe ist, zuzuhören und dir Notizen zu machen.

Ich erinnere mich an einen Teamleiter, der ständig über 100% lief. Er wollte Sicherheit für seine Mitarbeiter und sorgte stets für mehr Arbeit und neue Aufträge. Die Idee dahinter war gut gemeint. Solange die Mitarbeiter genügend zutun haben, sind die Arbeitsplätze gesichert. «Das ist für alle gut», dachte er sich. Dabei verlor er aus den Augen, dass sein Team nur noch wie Roboter funktionierten. 

 

Mein Tipp:

Hole deine Mitarbeiter stets mit ins Boot und pflege ihre Bedürfnisse. Nimm sie an der Hand und gib ihnen Aufgaben, die sie gerne machen. Menschen, die mit Spass arbeiten und das grosse Ganze sehen, bekommen kein Burnout.

 

Mein Auftrag an dich:

  • Gehe zu deinen Mitarbeitern und führe Dialoge mit ihnen.
  • Notiere für jedes Teammitglied, wie du seine Bedürfnisse pflegen kannst. 
  • Überlege dir, worauf du deinen Fokus legen willst, und setze dies um. 

 

Dein Swiss Profiler

Alex Hurschler

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